Gebi Nocker zog als „Rattenfänger von Hameln“ durch Feldkirch.

Spältabürger Feldkirch seit 50 Jahren gelebte Fasnattradtion in Feldkirch

Alles begann mit einem Kinderfasnatumzug 1951 mit rund 300 Kindern, welcher vom Handballclub „Blau-Weiss“ organisiert wurde. Gut gestartet, hatte der Kinderumzug die darauffolgenden Jahre – organisiert vom Verkehrsverein Feldkirch – mit Problemen zu kämpfen.

Dr. Wüstner sorgte sich um den Umzug in Feldkirch und bat den damaligen Obmann der Stadtmusik Gebi Nocker um Unterstützung. Sein Wunsch, die Stadtmusik Feldkirch möge den Umzug musikalisch begleiten, scheiterte leider an der mangelnden Teilnahme der Musikanten. So zog Gebi Nocker am Faschingsdienstag mit seiner Klarinette und 400 Kinder als Rattenfänger von Hameln durch Feldkirch. Der Feldkircher Fasnatumzug war geboren. Die Stadtmusik Feldkirch und die Feuerwehr über nahmen die Organisation des Kinderfasching bzw. Umzugs, der von nun an jährlich stattfindet sollte.

1955 wurde die Spältabürgergarde – eine Männergarde – gegründet. Die Spältabürger trugen Bischofsmütze, roten Rock mit mächtigen Aufschlägen und schwarze Hose. Die Bewaffnung war ein „Spälta“ (Holzstück), mit welchem auch geschossen werden konnte. Gebi Nocker und Phillipp Allgäuer waren die treibenden Kräfte der Garde. Zu jener Zeit wurde auch die berühmte Feldkircher „Konfettikanone“ von Schlossermeister Osterberger und seinen Mannen in der Schlosserei Keck gebaut.

Gebi Nocker

Zwischenzeitlich war der Feldkircher Faschingsumzug schon Tradition und erfreute sich reger Beliebtheit. Die Sektion Kinderfasching des städtischen Verkehrsamtes unter Heinz Althof übernahm die Organisation des Umzuges.

Neben dem Fasnatumzug gab es in der Marktgasse seit den 60er Jahren auch das Komitee der „Marktgässler“. Sie veranstalteten den legendären Marktgässlerballl, schmückten mit bunten Fahnen und Spruchbändern die Marktgasse und kürten nach rheinischem Karneval ein Prinzenpaar. Karl-Heinz Lampert und Isolde Romanwsky waren das erste Marktgässler-Prinzenpaar, Jahrs darauf Ingrid Winkel vom Gasthof Hecht und nochmals Karl-Heinz Lampert.

Faschingshochburg Feldkirch
Ab den 60er Jahren wurde Feldkirch zur Faschingshochburg. Die Marktgässler organisierten einen eigenen Ball, schmückten die Marktgasse mit Fahnen und Spruchbändern und kürten nach rheinischem Vorbild ein Prinzenpaar.

Mädchengarde der Spältabürger

Spältabürger werden Verein
Die 60er  waren für die Spältabürger weisend. Heinz Althof rief die Gilde „Spältabürger“ ins Leben. Es wurde ein Prinzenpaar gekürt und eine Mädchengarde gegründet. Die ersten Tänze wurden von Monika Delacher und Rita Müller einstudiert und Christl Gohm und Christl Gantner waren die ersten Gardemajorinnen.

1967 wurden die Faschingsgilde Spältabürger zum Verein mit eigenem Statut. Erster Präsident des Vereins war Heinz Althof.

Seit den 60iger Jahren wurden enge Kontakte zu Vorarlberger Gilden gepflegt und erste Besucher ins Ausland getätigt. Alljährlicher Fixtermin im Faschingskalender der Spältabürger ist seit jener Zeit der Fasnatumzug der Wangemer Narrenzunft Kuhschelle weiß-rot.

Heinz Althof wurde zum Präsidenten des Bundes österreichischer Faschingsgilden, sein Nachfolger bei den Spältabürgern, der Götzner Norbert Himmelreich, inthronisierte 1972 Dr. Gerold Hirn mit Gattin Lisi als Prinzenpaar, welcher Jahrs darauf seine Nachfolge als Präsident annahm. Nur ein Jahr später wurde Eugen Rauch zum neuen Präsidenten gewählt, welcher die angeschlagenen Finanzen des Vereins regelte. 1980 wurde Peter Efferl zum Präsident gekürt und sein Nachfolger Peter Schenk blieb von 1981 bis 1990 im Amt. 1990 übernahm Thomas Kathan die Präsidentschaft und hält sie noch heute inne.

Graf Rudolf VI. von Montfort

Graf Rudolf von Montfort
Auf Initiative des Gildenmitgliedes Dr. Hirn wurde bei der Jahreshauptversammlung 1982 der Beschluss gefasst vom „rheinischen Fasching“ zum „alemannischen Brauchtum“ überzugehen. Das Prinzenpaar wurde abgeschafft und ein Burggraf eingesetzt. Seit 1983 regiert in der „fünften Jahreszeit“ in Feldkirch Burggraf Rudolf VI. mit seinem Gefolge. Ehrengraf Dr. Otto Flatz war von 1983 bis 2000 als Graf Rudolf VI mit den Spältabürgern unterwegs. Sein Nachfolger war Graf Arthur I. von Montfort alias Arthur Treffer, welcher am 11.11.2005 sein Amt an Graf Rudolf VII. von Montfort – der Medicus – alias Dr. Edgar Gopp übergab. Nach drei Jahren Regentschaft übergab Rudolf VII sein Amt an Graf Rudolf VIII. von Montfort – Edler des Hauses Dogana zu Feldkirch – alias Lothar Gallaun.